„Tourenwagen Legenden“ auf Nürburgring Oldenburger mit eigener Rennserie bei der Formel 1

Wie in der guten alten Zeit: Klaus Ludwig feierte beim ersten Rennen der Tourenwagen Legenden im Rahmen der DTM auf dem Nürburgring einen Sieg – 0,558 Sekunden vor Kurt Thiim (dahinter) – beide auf AMG Mercedes C-Klasse. Bild: Intax

Bericht von: Karsten Röhr

Der Oldenburger Rennstallbesitzer Jörg Hatscher (Intax) hat seine eigene Rennserie gegründet. An diesem Wochenende darf die Serie gemeinsam mit der Formel 1 auf dem Nürburgring starten.

Oldenburg Es ist eine Erfolgsstory sondergleichen: Jörg Hatscher (59) und seine „Tourenwagen Legenden“. Erst 2019 gegründet, hat die Motorsport-Serie für klassische Renntourenwagen der Achtziger- und Neunzigerjahre innerhalb von zwei Jahren einen kometenhaften Aufstieg erlebt. An diesem Wochenende – vom 9. bis 11. Oktober – starten die Legenden im Rahmen der Königsklasse, der Formel 1 auf dem Nürburgring.

Hatscher sagt: „Die Vorfreude ist unbeschreiblich.“ Vom 9. bis 11. Oktober fahren die Piloten beim Großen Preis der Eifel am gleichen Ort und zur gleichen Zeit wie Lewis Hamilton, Sebastian Vettel und Co. „Ich bin davon überzeugt, dass das ein unvergessliches Erlebnis wird“, sagt der Unternehmer aus Oldenburg. „Davon werden wir alle noch unseren Enkeln erzählen.“

„Wir“ – damit spielt Hatscher auf sein Team an. „Es gibt eine Reihe von unterschiedlichen Serien in Deutschland, aber es gab keine, in der ich mich so wohl fühlte und in der ich meine unternehmerischen Vorstellungen umsetzen konnte“, sagt er. „Also haben mein Freund Thorsten Stadler und ich eine kompetente Mannschaft um uns geschart und die Tourenwagen Legenden ins Leben gerufen.“

Seit 2006 selbst Fahrer

Gründete die Serie Tourenwagen Legenden: Jörg Hatscher (59)

In den 80er- und 90er-Jahren boomte der Tourenwagensport in Europa und darüber hinaus. In Deutschland waren Alfa Romeo, Audi, BMW, Ford, Mercedes-Benz und Opel in der DTM (Deutsche Tourenwagen Meisterschaft) engagiert. Entwicklungen wie das Anti-Blockier-System (ABS) und die elektronische Stabilitätskontrolle (ESP) kamen in den 90ern aus dem Motorsport. Hatscher sagt: „Aber mit der Entwicklung stiegen auch die Kosten ins Unermessliche.“ So kam 1996 das vorläufige Ende der DTM.

„Die Rennfahrzeuge von damals üben noch heute große Faszination auf automobile Enthusiasten aus“, sagt Hatscher. Ihn selber packte der Motorsportvirus 2006. Nach ersten Einsätzen im Breitensport erwarb er 2008 einen Mercedes 190 Rennwagen. 2013 folgte das erste originale DTM-Fahrzeug als eines der ersten, die bis dahin bei Mercedes unter Verschluss gehalten worden waren. 2013 nahm Hatschers Team das erste Mal mit eigenem Fahrzeug bei Langstreckenrennen und dem 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring teil. Es folgten weitere Rennwagen bis zum Hightech Boliden, der AMG-Mercedes C-Klasse von 1996.

Dabei ist Motorsport für Hatscher seit jeher mehr als eine Freizeitbeschäftigung. „Natürlich habe ich auch Spaß dabei, ein Rennfahrzeug auf der Rennstrecke am Limit zu bewegen“, sagt er. „Aber ich habe auch schnell erkannt, dass Motorsport eine exzellente Business-Plattform ist.“

Serie extrem erfolgreich

Während andere Veranstalter die Saison wegen Corona frühzeitig für beendet erklärten, fanden die Tourenwagen Legenden ein Konzept und neue Renntermine. Sie machten Station bei der Truck-Europameisterschaft im tschechischen Most, waren bei der DTM auf dem Nürburgring zu Gast, haben beim 24h-Rennen – der größten Motorsportveranstaltung der Welt – an gleicher Stelle Demorunden absolviert und starten jetzt im Rahmen der Formel 1. „Das hat noch keine andere Rennserie geschafft, mehr geht nicht“, sagt der Oldenburger.

Wenn am Samstag neben den Privatiers Fahrer-Legenden wie „König“ Klaus Ludwig und Kurt Thiim zum ersten von zwei Rennen am Wochenende starten, hat sich die Arbeit gelohnt. Der Weg dahin war steinig. „Die Formel 1 stellt an ihre Rahmenserien hohe Ansprüche – in Coronazeiten noch mehr“, so Hatscher. „Aber jetzt wo alles läuft, freue ich mich einfach einfach nur noch aufs Wochenende – für uns ist das legendär.“

Veranstaltet die Rennserie „Tourenwagen Legenden“ : Unternehmer und Rennfahrer Jörg Hatscher. BILD: Intax

„Tourenwagen Legenden“

„Tourenwagen Legenden“ ist die Rennserie für Tourenwagen der 80er und 90er. Zum Teilnehmerfeld gehören Autorennfahrer wie Klaus Ludwig, der Däne Kurt Thiim oder Jörg van Ommen.

Klaus Ludwig („König Ludwig“) fährt für Intax. Er gilt als Deutschlands erfolgreichster Tourenwagenfahrer: 3 x Meister in der DTM, 2 x Meister in der DRM, 3 x Sieger 24h-Rennen Le Mans und 3 x Sieger 24h-Rennen Nürburgring.

tourenwagen-legenden.de

Hier geht es zum kompletten Bericht auf NWZ-online.de:
https://www.nwzonline.de/plus-oldenburg-stadt/tourenwagenlegenden-auf-nuerburgring-joerg-hatscher-aus-oldenburg-startet-gemeinsam-mit-formel-1_a_50,10,718981351.html