Fahrendes Museum rollt durch die Stadt (NWZ vom 25.05.2010)

Fahrendes Museum rollt durch die Stadt
City Grand Prix 125 historische Autos am Start 12?000 begeisterte Zuschauer

OldtimerGP2505

Motorsport hautnah: So wie dieser GSM Delta Dart von 1961 gingen die Teilnehmer im voll besetzten Fahrerlager am Prinzenpalais an den Start. BILD: Torsten von Reeken

Der Umzug zum Prinzenpalais hat sich gelohnt. Im nchsten Jahr soll es wieder einen City Grand Prix geben.

von Jasper Rittner

Oldenburg – Rennen fr alte wie neue Autos gibt es viele in Deutschland dieses ist einmalig. Wir sind stolz und begeistert, was sich hier entwickelt hat, sagt Mit-Organisator Helmut Jordan. Aus ganz Deutschland und aus Schweden waren Oldtimer-Besitzer angereist, um das einzige Rennen durch eine deutsche Fugngerzone aus der Fahrerperspektive zu erleben.

Wobei Rennen eigentlich die falsche Bezeichnung ist. Beim City Grand Prix handelt es sich um eine Gleichmigkeitsprfung. Im Schnitt mssen die Fahrer mglichst genau an Tempo 28 herankommen. Und in Teilen der Fugngerzone galt ein Tempolimit von 13 km/h. Wer gewinnen will, braucht also eine Stoppuhr, einen guten Beifahrer und einen sensiblen Gasfu. Denn: Fr jede Abweichung von den vorgegebenen Sektorzeiten gibt es Strafpunkte.

Fr die meisten der rund 12?000 Besucher war das Reglement jedoch Nebensache. Die Atmosphre hier im Fahrerlager ist einfach toll, schwrmt Besucherin Andrea Meyer. Live-Musik, Stnde mit leckerem Essen und rundherum 125 blitzblank polierte Autotrume zum Bestaunen die Mischung kam an. Und das trotz des zeitgleichen Champions-League-Finales.

Die Restaurants am Marktplatz waren rappelvoll belegt. Und manch einer postierte sich mit Tisch und Campingsthlen zum Abendpicknick entlang der Strecke.

Am meisten los war aber im Fahrerlager. Die Parkpltze von vier Behrden- bzw. Landeseinrichtungen hinterm Prinzenpalais wurden fr ein paar Stunden zu einem rollenden Museum. Nchstes Jahr wrden wir das gern wieder hier machen, sagt Jordan, der die Veranstaltung mit dem Motorsportclub Oldenburg und dem Autohaus Rosier organisiert hat. Mehr als 100 Helfer vom MSCO und THW sorgten hinter den Kulissen und Absperrungen fr einen reibungslosen Ablauf. Dazu kam eine optimale Abstimmung mit der Polizei. Keine Beule und kein Raser in der Radar berwachten Fugngerzone das zeigte die gute Disziplin der Fahrer.

Kein Wunder, bei den automobilen Raritten, die z.T. am Start waren. Mehrere Bugattis, ein Bentley Rennsportwagen aus den 1920er Jahren, dazu jede Menge wertvolle Porsche und Mercedes aus der Nachkriegszeit. Gleichwohl war in Oldenburg nicht nur die PS-Luxusklasse am Start. Hier ein Lada, da eine Ente, dann wieder ein Fiat 500. Neue Autos gab es brigens auch: Die Einfhrungsrunde fhrten das Elektroauto E3 von der EWE und der neue Mercedes SLS Flgeltrer an. Aber die waren am Sonnabend dann doch nur Beiwerk…