Das Wetter meinte es nicht gut. Aber der Regen konnte den Teilnehmern der „11. Oldtimer Classic Rallye“ die Stimmung nicht vermiesen.
von Frank Jacob

ALTONA – Es ist 11.50 Uhr am Sonnabendmittag. Etwa ein Dutzend Schaulustige steht an der Zufahrt zum Hotel Gut Altona, den Blick gebannt in Richtung Aschenstedt gerichtet. Nur wenige Minuten später rollen die ersten historischen Fahrzeuge an und halten am Checkpoint.

Es sind die Teilnehmer der 11. Oldtimer Classic Rallye „Graf-Anton-Günther“, initiiert vom Motor-Sport-Club Oldenburg (MSCO). „Wir haben heute 86 Starter, so viele wie noch nie zuvor”, berichtet Hilmar Pape von der Organisationsleitung. In den vergangenen Jahren habe man die Teilnehmerzahl immer weiter steigern können, so Pape. Die Oldtimer-Rallye existiere dabei schon seit 1994. Die Graf-Anton-Günther-Rallye bestehe indes in anderer Form bereits seit 1964.

Eines der ersten Fahrzeuge, das die Kontrollstation nebst Mittagstisch im benachbarten Restaurant erreicht, ist ein Citroen aus dem Jahr 1949 (77 PS, 3-Liter-Maschine) – zuletzt diente er der französischen Polizei als Dienstwagen. „Wegen seiner guten Straßenlage haben ihn auch Gangster genutzt“, erzählen Dieterfritz Arning       und sein Beifahrer Karlheinz Blankemeyer aus Oldenburg, die beide eine Inspektorenmütze der französischen Polizei tragen. Die Verbundenheit zu dem Wagen und der Kleidung kommt nicht von ungefähr: Arning ist der frühere Kommandeur der Bereitschaftspolizei Oldenburg.

Der rote Mercedes Benz 190 SL, Baujahr 1960, stand indes noch bis 1994 in Hollywood. „Mein Schwager hat ihn dort gekauft“, sagt Gerd-Egon Schnell aus Munderloh, der gemeinsam mit Beifahrerin Sandra Schnell bei den Oldenburgern längst bekannt ist: „Da kommt wieder das schnelle Team aus Hatten.“ Seit 2001 hat das Team, das nur bei Rennen in der Region teilnimmt, jedes Jahr einen Pokal geholt.

Zum dritten Mal ging Heiner Ahrmann vom Hotel Gut Altona an den Start. Seinen Austin Healey, Baujahr 1962, besitzt er seit vier Jahren. Das Fahren mache ihm Spaß und sei ein schöner Freizeitausgleich, meint Ahrmann.

Die Fahrer waren in fünf Klassen, gestaffelt nach Baujahren der Fahrzeuge, gestartet. Auf der 160 Kilometer langen Strecke, die von Oldenburg über Kirchhatten nach Wildeshausen und zurück über Brettorf, Dingstede und Altmoorhausen in die Huntestadt führte, mussten die Fahrer vier Sonderprüfungen meistern. Bei einem Test war der Orientierungssinn der Teilnehmer gefragt, bei einer weiteren Aufgabe musste über einen bestimmten Streckenabschnitt ein bestimmtes Tempo gehalten werden, oder es galt, 100 Meter in exakt 30 Sekunden zurückzulegen.

Zum Gesamtsieger kürten die Organisatoren am Abend Hans Lehr (Beifahrer Gert Albers) auf einem MG. Das Team war mit der Startnummer 86 angetreten. Zweiter Sieger wurde Thomas Rosier (Beifahrer Reza Khorasantchi) auf einem Mercedes Benz 300 SLS (Startnummer 20) und dritter wurde Bärbel Rolfes (Beifahrer Georg Rolfes) auf einem Volkswagen Porsche 914 (Startnummer 71).

Der Gesamtsieger erhielt einen Pokal sowie einen Wanderpokal.

Diesen Artikel lieferte Ihnen NWZ-online.de

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