Klein Scharrel auch das Oldtimer-Mekka einiger MSCO-Mitglieder …. (NWZ vom 31.07.2017)

Dicht an dicht: So viele Oldtimer wie nie zuvor waren in Klein Scharrel zu sehen.
Bild: Erhard Drobinski
OLDTIMER

Mehr Stellplätze für die Blechschätze

KLEIN SCHARRELLangsam stößt das Oldtimer-Treffen auf der Nebenanlage des Sportplatzes in Klein Scharrel an seine Grenzen. Am Sonntag kamen so viele Oldtimer-Besitzer mit ihren Autos, Mopeds, Motorrädern und auch Traktoren in die Bauerschaft, wie es die Organisatoren der Oldtimerfreunde Klein Scharrel um Heinz Effmert und Gerold Siefken bisher noch nicht erlebt hatten.

Um dem Andrang Herr zu werden, wurde gegen Mittag der zuvor gesperrte Sportplatz geöffnet, um weitere Stellflächen zu schaffen. „Die Teilnehmer schätzen hier die familiäre Atmosphäre. Dazu versuchen wir, das Treffen abwechslungsreich zu gestalten“, erklärt Siefken diesen enormen Zuspruch. „Bei dieser Vielzahl an Besuchern habe ich absolut keinen Überblick darüber, wer zum ersten Mal hier ist. Viele sind Stammgäste, die schon seit Jahren teilnehmen.“ Zu ihnen zählt Enno Heinemann, der wieder einen echten Hingucker präsentiert. Sein DKW F 7, Baujahr 1938 und mit 20 PS unter der Haube, lockt viele Neugierige an.

Es sind aber auch die kleinen Geschichten, die zu dem am Sonntag zum 23. Mal ausgerichteten Oldtimer-Treffen gehören. Vor 40 Jahren fuhr Klaus Schlüter aus Wardenburg mit einem Autobianchi auf dem Nürburgring die große Schleife. Vor vier Jahren entdeckte er ein solches Fahrzeug im Internet und kaufte es sofort. „Mit ihm werden Erinnerungen wieder wach“, erzählt der 75-Jährige. Nach Klein Scharrel kommt er bereits seit Jahren – früher mit Motorrädern, jetzt mit seinem italienischen Tourenwagen.

Seit fünf Jahren ist Rüdiger Albrecht aus Hundsmühlen im Besitz eines Chevrolet Bel Air, Baujahr 1954. Dieser Wagen sorgte vor gut drei Jahren für Schlagzeilen, als er zusammen mit einem anderen Oldtimer in Bremen gestohlen wurde. Nur einer aufmerksamen Bürgerin ist es zu verdanken, dass die beiden Fahrzeuge nicht im Ausland landeten und jetzt die imposante Ausstellung in Klein Scharrel bereichern. „Angefangen habe ich mit einem Wartburg 311 und mich langsam gesteigert“, erzählt der 70-Jährige. „Der Chevrolet ist als Sechssitzer so geräumig, dass er manchmal auch für Hochzeitsfahrten genutzt wird.“ Der Wagen besteht nur aus Originalteilen. Selbst der Motor des Sechs-Zylinders ist absolut original.

Albrecht bezeichnet sich als Dauergast beim Oldtimer-Treffen in Klein Scharrel. „Ich liebe diese Atmosphäre und bin gern hier. Jeder kennt jeden, und es wird viel gefachsimpelt und sich ausgetauscht.“ Die Veranstaltung in der Edewechter Bauerschaft gehöre in seinem Veranstaltungskalender einfach dazu.

Am Sonntag standen übrigens zum ersten Mal Verkaufsstände auf dem Platz. „Oldtimermodelle werden hier ebenso angeboten wie Fachbücher, aber auch Ersatzteile verschiedener Modelle“, führt Gerold Siefken aus. „Wir sind zusammen mit unserem Helferteam, dem gut 25 Frauen und Männer angehören, diesen Weg gegangen, um unseren Gästen neben Essen und Trinken noch etwas mehr zu bieten“, ergänzt Heinz Effmert.