Historisches für alle Sinne (NWZ vom 24. Mai 2016)

Oldtimer-Rallye und -Ausstellung – Mitfahrer für guten Zweck gesucht

Marc Geschonke

Dröhnende Motoren, längst vergessene Karosserien und eine feine Benzinnote in der Luft bestimmen das Wochenende. Auf dem Schlossplatz werden zahlreiche Fahrzeuge ausgestellt.

Oldenburg Hanomag Sturm, 1934. Auburn 876 Speedster Boattail, 1978. Daimler Fifteen, 1935.

Wenn Ihnen jetzt noch keine Tränchen über die Wangen rollen, dann haben Sie entweder kein Herz (für Fahrzeugklassiker) – oder freuen sich einfach nur schon diebisch auf die Oldenburger „Classic-Days“ am Wochenende. Dann nämlich werden mehr als 150 schmucke Oldtimer an zwei Tagen auf dem Schloßplatz zum traditionellen Stelldichein erwartet. Nur gucken, nicht anfassen? Von wegen!

Am Sonntag, den der veranstaltende Motor-Sport-Club Oldenburg (MSCO) im ADAC zum „ClassicCarCharity-Day“ ausruft, ist sogar die Mitfahrt von Besuchern in edlen Vehikeln und betagten „Bodenraketen“ ausdrücklich erwünscht. Viel zu gucken, hören und fühlen gibt es da – rund 40 Autos und Motorräder (mit Beiwagen) stehen hier am Schloßplatz zur Mitfahrt gegen einen geringen Obolus bereit. Die Gelder, die für die rund vier Kilometer lange Tour durch Oldenburg (Marschweg, Niedersachsen- und Westfalendamm) eingenommen werden, gehen vollumfänglich und erneut an den Kinderschutzbund. Im vergangenen Jahr konnten so 3000 Euro gespendet werden. „Es wäre ein Traum, sollten wir das wieder erreichen können“, so Schwarz.

Verzichten müssen AutoFans in diesem Jahr zwar auf den City-Grand-Prix (wegen der Übernahme des Orga-Partners Rosier durch die Senger-Gruppe, NWZ  berichtete), dafür plane der MSCO aber „fest damit im nächsten Jahr“, so Vorsitzender Jörg Schwarz, „die ersten Gespräche sind gelaufen, einige Sponsoren haben schon ihre Zusage für 2017 gegeben.“

Ihre Teilnahme schon für 2016 haben indes 90 Teilnehmer bereits bestätigt. Sie bilden das weite Feld der „Graf-Anton-Günther“-Classic Rallye schon am Sonnabend, 28. Mai. „Und verglichen mit anderen Oldtimer-Veranstaltungen ist das schon eine ordentliche Hausnummer“, sagt Schwarz.

Mit dabei sind dann wieder jede Menge rallyeerfahrene Stammfahrer, aber eben auch viele Erstteilnehmer. Das ist beachtlich, zumal die Veranstalter ja nicht aktiv auf die Suche nach Teilnehmern gehen. Die Classic-Days sind halt echte Selbstläufer und „ziehen“ auch über Tausende Kilometer hinweg: Peter Becker und Ehefrau Xiao Wang kommen beispielsweise direkt aus Peking, um durchs Oldenburger Land zu fahren. Ihr Fahrzeug, ein Austin Healey 3000 MK II von 1963, steht bereits in Deutschland.

Die tatsächlich weiteste Anreise „auf Achse“ hat ein Teilnehmer aus Freudenstadt. Er fährt am Sonnabend direkt mit seinem Mercedes Benz 300 SEL 6.3 von 1971 vor.

Auch mit einer Premiere wird der MSCO am Wochenende aufwarten: Das 1. Oldenburger British Car Treffen soll eben genau diese Fahrzeuge und deren Fans auf den Schloßplatz locken.

Hier geht es zum Original-Artikel und auch ein kleiner Film als Vorgeschmack ist dabei