Ein Ständchen für eine 58 Jahre alte Schönheit (NWZ vom 29.09.2015)

Freunde klassischer Fahrzeuge aus Oldenburg unterwegs in Berne

Gabriele Bode

Neuenhuntorfermoor Ist eine gemeinsame Oldtimer-Ausfahrt gelungen, sind hinterher alle Teilnehmer zufrieden. Und raschelt es am Ende ordentlich in der historischen Spendendose, ist das eine schöne Bestätigung für Herbert Reckemeyer, dass er alles richtig gemacht hat. Der vergangene Sonntag war für die „Freunde klassischer Fahrzeuge Oldenburg“ wieder so ein Tag.

Die Herbsttour führte die Oldtimer-Fans kreuz und quer durch die Wesermarsch. Im Café 21 erwartete die knapp 40 Teilnehmer zunächst ein ausgiebiges Frühstück. „Ich habe die Tour vorher zweimal abgefahren. Schließlich möchte man ja, dass der Zeitplan stimmt, das Essen schmeckt und genügend Parkmöglichkeiten da sind“, erzählte der Organisator, während er zufrieden auf den rappelvollen Parkplatz des Cafés blickte.

Einer der Höhepunkte des Nachmittags war das Einlaufen der „Lissi“, das die Rallye-Teilnehmer direkt an der Elsflether Kaje erleben durften. „Beeindruckend ist es gewesen, als die ersten Segelmasten am Huntesperrwerk zu sehen waren. Als das Schiff näher kam, hatte eines unserer Mitglieder die Idee zum Begrüßungs-Hupkonzert“, schildert Reckemeyer.

Ein weiterer Höhepunkt, der zugleich das Ende der Ausfahrt markierte, war das große Picknick am Schweinehörner See, bei dem der erlebnisreiche Tag ausklang. Decken und Leckereien hatten die Teilnehmer dabei. Und auch einen „Geburtstag“ gab es dabei zu feiern. Mit einem Gläschen Sekt wurde dort auf einen alten Mercedes angestoßen, der auf den Tag genau vor 58 Jahren seine Zulassung erhielt. „An dessen 52. Geburtstag waren wir auf dem Stoppelmarkt“, erzählte Reckemeyer, der einen Mercedes Pagode, Baujahr 1968, sein Eigen nennt. Um an diesen Ausfahrten teilzunehmen, muss es nicht unbedingt ein Auto mit „Stern“ sein. Gerade eine große Auswahl verschiedener Fabrikate und Typen mache den Reiz dabei aus, betonte Reckemeyer.

Statt eine Teilnehmergebühr für diese mit großem Zeitaufwand geplanten Touren zu erheben, ist es Tradition für einen guten Zweck zu spenden. „Uns und unseren Kindern geht es gut. Da sollte man bereit sein, ein klein wenig abzugeben und denen zu helfen, die es nötig haben“, erklärte Reckemeyer, wie die „Freunde klassischer Fahrzeuge Oldenburg“ auf die Idee kamen, mit diesem Geld ein Kinderhospiz zu unterstützen. 200 Euro fanden sich am Ende des Tages in der Sammeldose.

Eindrücke der Oldtimer-Ausfahrt vom 27.09.2015 mit H. Reckemeyer