Bei diesem Sport zählt jeder Millimeter (NWZ vom 16.09.2015)

Andre Klostermann aus Wahnbek wird zum fünften Mal Deutscher Meister

Klostermann setzte sich in seiner Klasse gegen 13 Teilnehmer aus ganz Deutschland durch. In 15 Minuten musste er 16 Aufgaben bewältigen.
Frank Jacob

Wahnbek Andre Klostermann hatte es irgendwie im Gefühl. „Dieses Mal könnte es wieder was werden“, dachte der 51-jährige Wahnbeker nach den ersten Aufgaben – und er sollte Recht behalten. Dass es am Ende dann sogar für den Titelgewinn reichte, „damit habe ich wirklich nicht gerechnet“. Klostermann wurde am Sonntagabend in Aurich zum fünften Mal Deutscher Meister beim „Fahrsicherheitsturnier mit Nutzfahrzeugen“. Den Titel sicherte er sich in der Klasse A (Solo-Lastkraftwagen bis 25 Tonnen).

Deutscher Meister im Fußball – darunter können sich die meisten Menschen gleich etwas vorstellen. Doch was muss jemand erfüllen, um Deutscher Meister bei einem „Fahrsicherheitsturnier mit Nutzfahrzeugen“ zu werden? Der fünffache Meister erklärt: „Im Lkw oder Bus müssen Fahraufgaben bewältigt werden, bei denen Entfernungen, Höhen und Durchfahrtsbreiten eingeschätzt werden müssen. Dabei kommt es auf genaues Fahren, Halten und Rückwärtseinparken an.“ Bei dem Turnier in Aurich musste Klostermann in 15 Minuten 16 solcher Aufgaben bewältigen. Dabei setzte er sich in seiner Klasse gegen 13 Teilnehmer aus ganz Deutschland durch.

Präzise fahren und halten

Wenn Klostermann dann erzählt, wie präzise gefahren, gehalten oder eingeparkt werden muss, wird schnell deutlich, dass von den Teilnehmern bei den Fahrsicherheitsturnieren Millimeterarbeit zu leisten ist. „Bei einer der Aufgaben musste zum Beispiel ein Seitenabstand von genau 1,50 Meter eingehalten werden“, schildert der Wahnbeker, der für den Motor-Sport-Club Oldenburg im ADAC startet. Simuliert werde an dieser Station der Sicherheitsabstand, der etwa zu einem Radfahrer einzuhalten ist, berichtet Klostermann, dessen Vereinskameraden Norbert Behrens und Walter Adams in Aurich ebenfalls punkteten. Behrens wurde Deutscher Meister auf dem Gliederzug, Adams Vizemeister mit dem Lkw bis 7,5 Tonnen.

Seit 1993 viele Titel gewonnen

Seit 1993 nimmt Andre Klostermann aus Wahnbek an Geschicklichkeitsturnieren teil. Er startet für den Motor-Sport-Club Oldenburg im ADAC. Am Wochenende wurde er zum fünften Mal Deutscher Meister bei einem „Fahrsicherheitsturnier mit Nutzfahrzeugen“.

Im Jahr 2000 wurde Klostermann zum ersten Mal Deutscher Meister – auf dem Lastkraftwagen. Auf dem Bus folgten dann in den Jahren 2001, 2005 und 2011 weitere Meistertitel. Jetzt errang Klostermann den Titel wieder auf einem Lastkraftwagen.

In Luxemburg wurde Klostermann im Jahr 2006 auf dem Bus sogar Weltmeister. Zu den Höhepunkten zählt für den Wahnbeker zudem die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Südafrika im Jahr 2012. Damals holte er den fünften Platz.

Seit 1993 viele Titel gewonnen

Seit 1993 nimmt Andre Klostermann aus Wahnbek an Geschicklichkeitsturnieren teil. Er startet für den Motor-Sport-Club Oldenburg im ADAC. Am Wochenende wurde er zum fünften Mal Deutscher Meister bei einem „Fahrsicherheitsturnier mit Nutzfahrzeugen“.

Im Jahr 2000 wurde Klostermann zum ersten Mal Deutscher Meister – auf dem Lastkraftwagen. Auf dem Bus folgten dann in den Jahren 2001, 2005 und 2011 weitere Meistertitel. Jetzt errang Klostermann den Titel wieder auf einem Lastkraftwagen.

In Luxemburg wurde Klostermann im Jahr 2006 auf dem Bus sogar Weltmeister. Zu den Höhepunkten zählt für den Wahnbeker zudem die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Südafrika im Jahr 2012. Damals holte er den fünften Platz.

„Die Aufgaben sind alle typischen Situationen aus dem täglichen Leben nachempfunden“, sagt Klostermann. Beispielsweise musste ein Lot, das vor dem Führerhaus des Lastkraftwagens angebracht war, mittig auf einer Zielscheibe platziert werden. Eine Aufgabe, die Lkw-Fahrer kennen, wenn sie ihr Fahrzeug mittig auf eine Werkstattgrube fahren müssen.

Und wen Rückwärtseinparken mit dem Auto schon vor größere Herausforderungen stellt, der sollte einmal versuchen, mit einem Lastwagen seitlich zum Bordstein rückwärts zu fahren und dabei einen Kontakt hinter dem Fahrzeug so sanft auszulösen, dass die Berührung zwar registriert, aber kein Fehlersignal ausgelöst wird. Eine Situation, die Berufskraftfahrer kennen, die rückwärts an eine Laderampe fahren müssen, erklärt Klostermann.

In Köln qualifiziert

Auf berufliche Erfahrung kann der Wahnbeker, der bei der Berufsfeuerwehr in Oldenburg tätig ist, allerdings nicht zurückgreifen, wenn es um das Bewältigen der Fahraufgaben bei den Geschicklichkeitsturnieren geht. Geübt wird nur bei den Qualifikationsturnieren – und deren Zahl nehme ab. „Meine Startberechtigung habe ich bei einem Qualifikationsturnier im Mai in Köln erlangt“, sagt Klostermann, der damals den dritten Platz belegte. Die Fahrzeuge werden bei den Turnieren von den Veranstaltern zur Verfügung gestellt.

Im kommenden Jahr will der 51-Jährige gerne an den Weltmeisterschaften in Finnland teilnehmen. Dafür ist er durch den Gewinn der Deutschen Meisterschaft allerdings nicht automatisch qualifiziert, da er zwar 2015 erfolgreich war, 2014 aber wegen eines Urlaubs nicht fahren konnte. „Im Frühjahr muss ich deshalb erst an einem Ausscheidungsturnier teilnehmen“, berichtet er.

Ob’s was wird, mit der WM-Teilnahme wird Klostermann dann wohl wieder schnell im Gefühl haben. „Man spürt das, wenn man losfährt.“