Furiose Jagd um Monte Carlo (NWZ vom 28.01.2015)

Riedemann belegt bei Auftakt der Junior-WM Rang zwei

Der Oldenburger bestritt erstmals eine Rallye mit Spikes. Schnee, Eis und dichter Nebel machten die Prüfungen zu großen Herausforderungen.

von Jan Zur Brügge 1--536x337Showstart: Vor dem Casino von Monaco wurde Christian Riedemann auf die legendäre Rallye geschickt. Bild Mc Klein

Oldenburg/Monaco Mit einer furiosen Aufholjagd hat sich der Oldenburger Christian Riedemann bei der legendären Rallye Monte Carlo Platz zwei gesichert und damit einen gelungenen Start in die neue Saison in der Junior-Weltmeisterschaft (JWRC) gefeiert. Der 27-Jährige musste sich mit seinem Co-Piloten Michael Wenzel nur dem Franzosen Quentin Gilbert geschlagen geben.

„Ich bin überglücklich, meinen ersten Start bei der Rallye Monte Carlo als Zweiter beenden zu können“, sagte Riedemann. Es sei einzigartig gewesen, „das Rallye-Flair aus alten Tagen zu erleben – die Monte kennt einfach jeder“, meinte Wenzel. „Trotz der schwierigen Bedingungen war es ein perfektes Wochenende für uns“, meinte Riedemann.

Die „Mutter aller Rallyes“ begann am Donnerstag mit dem Showstart vor dem Casino in Monaco. Danach galt es auf dem Weg nach Gap, die ersten Teilstücke bei Dunkelheit und unter erschwerten Bedingungen zu absolvieren. Vereiste Straßen, die zur Schrittgeschwindigkeit zwangen, sowie ein Dreher während der zweiten Prüfung kosteten wertvolle Zeit.

Für den Oldenburger war es das erste Mal, dass er eine Rallye unter solchen Bedingungen und mit Spikes bestritt. Nachdem er mit etwa zwei Minuten Rückstand auf Gilbert den ersten Tag als Fünfter beendet hatte, kämpfte sich Riedemann in den sechs Prüfungen am Freitag rund um Gap auf Rang drei vor. Die Teilnehmer hatten mit ständig wechselnden Bedingungen zu kämpfen: Schnee, Eis und vor allem dichter Nebel machten die Fahrt zu einer echten Herausforderung.

Riedemann war erstmalig mit dem Citroën DS3 R3-MAX unterwegs, der durch das österreichische „Team Wurmbrand“ eingesetzt wurde und eine verbesserte Bremsleistung zum Vorjahresmodell aufweist, und setzte seine Aufholjagd am Sonnabend fort.

Im Kampf um Platz zwei machte der Oldenburger Stück für Stück Boden auf Ole Christian Veiby gut. Nach der vorletzten Etappe lag der Norweger noch 21,4 Sekunden vorn, doch Riedemann halbierte diesen Rückstand auf der Prüfung „Sisteron“.

Zu den letzten drei Teilstücken am Sonntag zählte auch die Überfahrt des legendären „Col de Turini“. Beim Reifenpoker setzte der 27-Jährige auf die richtige Karte, zog an Veiby vorbei und ließ sich nicht mehr von Rang zwei verdrängen. Gilbert wurde mit 2:23,7 Minuten Vorsprung Erster.

„Das gesamte Team, unsere Eisspione und vor allem Michael haben hervorragende Arbeit geleistet“, sagte Riedemann strahlend und hofft auf eine erfolgreiche Fortsetzung beim zweiten Lauf der Junior-WM vom 21. bis 24. Mai im Norden Portugals.