Regen macht einigen Oldtimern zu schaffen – 74 Starter (NWZ vom 16.09.2013)

Uwe Huntemann und Karl-Ernst Meyer siegten. Einige ließen es gemächlich angehen, andere zeigten, was in den Wagen steckt.
Reiner Kramer 
CLOPPENBURG_FRIESOYTHE_2_e1e79197-d072-4469-a70e-8770d3936d0c--600x286 Ein Treffen der besonderen Art: Henning Spille (rechts) überholte mit seinem GSM Delta den Citroën C 4 F Familiale de Lux mit Baujahr 1926 (links), am Steuer Kurt und Maria Prepens aus Esterwegen.  Bild: Reiner Kramer

Friesoythe Eigentlich hätte Norbert Dierker, genannt „Holly“, seinen MG-A Roadster „Morris Garage“ mit Baujahr 1958 gerne ohne Verdeck durch Friesoythes Straßen geschaukelt. Doch schon auf dem Hinweg aus Belm-Vehrte musste der Scheibenwischer kräftig arbeiten – tat das aber nur zeitweise. „Die Anlage ist ausgefallen“, sagte Dierker vor dem Start der Friesoyther Eisenstadt-Rallye. Dass der tief verhangene Himmel auch für die Rallye nichts Gutes verhieß, bereiteten ihm und Beifahrer Friedhelm Kottmann aber kein Kopfzerbrechen. Dierker: „Ich habe die Scheiben vorher behandelt, das Wasser perlt ab.“ Nur die Seiten des Daches musste er noch mit Klebeband richtig abdichten.
Rallye begeistert nicht nur Motorsportfans

Trotz der widrigen Witterungsumstände gingen am Sonnabendnachmittag immerhin rund 74 von 83 gemeldeten Autofahrern bei der zweiten Auflage der Friesoythe Classic auf die Strecke. Aber nur wenige Fahrer wagten es, mit offenen Verdeck zu fahren. Der GSM Delta von Henning Spille (Rastede) und Birgit Niemeyer (Wiefelstede) hätte aber eh keins gehabt – ebenso wenig wie eine auskömmliche Windschutzscheibe. Gewertet werden konnten letztlich nur 70 Fahrer, weil vier die erlaubte Gesamtfahrzeit erheblich überschritten hatten.

So mancher Oldtimer-Freund begutachtete am Straßenrand trotz strömenden Regens die unterschiedlichen Fahrzeuge. Natürlich mussten die Fahrer hochmotoriger Autos zeigen, was in den Gefährten steckt. Matti Bohm und Philipp Hüntling ließen mit einem Tritt auf das Gaspedal erahnen, was der Opel Ascona B i400, das Trainingsauto von Rallye-Legende Walter Röhrl, unter der Haube hat. Nicht weniger beeindruckte der Chevrolet El Camino, mit dem Bernd Hapel und Dr. Jutta Graue aus Hoheging auf die Piste gingen.

Doch um Geschwindigkeit ging es bei der Rallye nicht. Die Fahrer, die von der Kreuzung in der Innenstadt im Minutentakt auf die Strecke gingen, mussten zunächst vier Runden von exakt 1250 Metern in der Innenstadt fahren, bevor sie auf eine 50 Kilometer lange Tour über die Dörfer starteten. Dabei musste eine vorgegebene Zeit möglichst exakt eingehalten werden.

Am besten bekamen das Uwe Huntemann (Delmenhorst) und Navigator Karl-Ernst Meyer (Ganderkesee) hin, die mit einem Mercedes-Benz Ponton 190 (Baujahr 1959) an der Friesoyther Rallye teilnahmen. Sie erhielten bei der Siegerehrung am Abend im Forum am Hansaplatz eine eigens geschmiedete Trophäe überreicht. Alle Fahrer erhielten Plaketten.