Aus dem Opel-Museum auf die Rennpiste (NWZ vom 07.09.2013)

Opel Ascona Bi400

Matti Bohm und Philipp Hüntling treten mit Walter Röhrls Trainingsauto an

Der Ascona B i400 steht eigentlich in der Opel-Werkssammlung in Rüsselsheim. Matti Bohm weiß aber auch Rennwagen zu schätzen. Lars Herrmann

Altenoythe Beruf oder Hobby, Oldtimer oder Rennwagen, Fahrer oder Copilot: Das Leben von Matti Bohm dreht sich um Autos. Der 25-jährige Redakteur einer Oldtimer-Zeitschrift nannte trotz seines jungen Alters bereits mehr als 24 Wagen sein Eigen. Doch keiner war so besonders wie das Fahrzeug, mit dem er und sein Beifahrer Philipp Hüntling (23) an der Eisenstadtrallye am Sonnabend, 14. September, in Friesoythe teilnehmen werden.

Nur für diesen einen Tag wird dem Duo ein Opel Ascona B i400, Baujahr 1981, zur Verfügung gestellt. Dieses Auto zieht garantiert Blicke auf sich – allerdings sonst nur in der Opel-Werkssammlung in Rüsselsheim. Denn dieser Wagen diente Motorsport-Legende Walter Röhrl und Copilot Christian Geistdörfer als Trainingsauto. 1982 wurden sie mit diesem Wagentyp Rallye-Weltmeister. Große Fußstapfen also für Bohm und Hüntling.

„Wir sollen das Auto natürlich heile zurückbringen“, schmunzelt Matti Bohm. Er kommt ursprünglich aus Altenoythe, wohnt jetzt aber beruflich bedingt in Mainz. Die guten Kontakte des Magazins, für das er schreibt, zu Opel ermöglichen diesen besonderen Coup. „Wir wollen den Leuten etwas bieten. So ein Auto sieht man nicht alle Tage.“ Das Rennen zu gewinnen habe für ihn und Philipp Hüntling aus Sedelsberg daher nicht oberste Priorität. Zumal beiden auch Erfahrung bei solchen Rennen fehlt.

Einmal hat Matti Bohm bisher an einer Rallye teilgenommen, als Copilot. Die Strecke führte im Winter von den Niederlanden nach Italien und gilt in der Szene als härteste Tour. „Zumindest kann ich Philipp am Freitag vor der Eisenstadtrallye erklären, was auf ihn als Beifahrer zukommt“, sagt der 25-Jährige. Seit fünf Jahren kennen sie sich, der Kontakt kam über eine gemeinsamen Freund zustande.

Trotz seiner Leidenschaft für Oldtimer setzt sich Matti Bohm gerne auch hinter das Steuer eines Rennwagens: „Beides hat seinen Reiz. Man will ja auch nicht jeden Tag das gleiche Gericht essen.“ Er sei Halbfinne, von Geburt an habe er deshalb Benzin im Blut. Keine Nation sei im Rennsport so erfolgreich wie die Finnen.

Privat favorisiert er jedoch die alten Modelle. So war ein Opel Commodore Baujahr 1973 sein erstes Auto. Philipp Hüntling startete mit einem VW Golf 3, zurzeit gehört ihm ein Opel Kadett (Baujahr 1972). „Der stand ein Jahr lang in der Garage, wir haben ihn befreit“, sagt der 23-jährige Metallbauer.

Und nun „befreien“ sie also den Opel Ascona aus der Werkssammlung – zumindest für eine Rallye.