Im Brummi zur Weltmeisterschaft (NWZ vom 14.08.2012)

Motorsport Ralf Rüscher gewinnt in der Gliederzug-Klasse – Turnier in Südafrika ausgetragen

Erfolgreich: BILD: Archiv

Der 51-Jährige war bereits in der Bus-Klasse erfolgreich. Starten durfte er nur, weil andere Teilnehmer die Klasse gewechselt hatten.

von Heinz Arndt
Oldenburg – Die Nutzfahrzeug-Abteilung des Motor- Sport-Clubs Oldenburg (MSCO) steuert weiter auf Erfolgskurs. Ralf Rüscher (51) sicherte sich bei den Weltmeisterschaften der Fahrsicherheits-Turniere für Nutzfahrzeuge des Weltverband UICR die Weltmeisterschaft in der Klasse Gliederzug. Gefahren wurde in Sun City, Südafrika.

Bereits vor zehn Jahren hatte er sich bei den Weltmeisterschaften in Oldenburg in der Bus-Klasse den Weltmeister-Titel geholt. Für Ralf Rüscher, der hauptberuflich als Flugzeugmechaniker auf dem Flugplatz Nordholz arbeitet, kam dieser Erfolg überraschend. „Ich bin ja als Nachrücker in der Gliederzug-Klasse gestartet. Bei den vorherigen Qualifikations-Turnieren hatte ich keinen vorderen Platz erreicht“, erzählt er. Doch vor ihm platzierte Fahrer hatten es vorgezogen, in anderen Klassen zu starten und so erhielt er nachträglich das Startrecht.

Vorbereiten auf dieses WM-Turnier konnte er sich nur bei den entsprechenden Qualifikations-Turnieren. In Südafrika setzte er sich in seiner Klasse gegen 24 Konkurrenten aus aller Welt durch.

Nach dem Erfolg blieb Rüscher kaum Zeit zum Feiern. Gleich am nächsten Tag nach seiner Rückkehr musste er wieder zum Dienst auf dem Flugplatz Nordholz antreten. Für ihn steht fest, dass er zukünftig weiter an den Turnieren teilnehmen wird: „Ich werde abwechselnd in der Bus- und der Gliederzug-Klasse starten. Und in zwei Jahren möchte ich bei den nächsten Weltmeisterschaften in Polen meinen Titel verteidigen“.

Ralf Rüscher war aber nicht der einzige Fahrer, der die Farben des MSCO in Südafrika vertrat. Norbert Behrens erreichte ebenfalls in der Gliederzug-Klasse den siebten Platz und Andre Klostermann, der sich 2008 den WM-Titel in der Bus-Klasse gesichert hatte, kam in dieser Sparte diesmal auf den zweiten Platz. Rüscher und Behrens gewannen zudem in der Gliederzug-Klasse die Teamwertung. In der Nationenwertung gab es darüber hinaus den Vizemeister-Titel für das deutsche Team hinter Südafrika.

Insgesamt bezeichnete Rüscher den sechstägigen Ausflug nach Südafrika als ein großes Erlebnis: „Auch wenn wir nicht allzu viel von dem Land gesehen haben, so war es doch eine beeindruckende Reise. Rund um Sun City ist die Landschaft karg, Bäume gibt es nicht.“ Die Weltmeisterschaft sei auf einem circa 5000 Quadratmeter großen Parkplatz eines Ferienkomplexes ausgetragen worden. Die Voraussetzungen zur Austragung einer Weltmeisterschaft auf diesem Gelände seien sehr gut gewesen.

„Überrascht haben uns die dortigen Witterungsverhältnisse. Wir kamen ja direkt in den südafrikanischen Winter mit 5 bis 6 Grad. An einem Tag hat es da sogar geschneit“, erzählt er. Selbst alt eingesessene Südafrikaner hätten da zum ersten Mal Schnee in ihrer Heimat gesehen. Rüscher: „Das ist da schon ein ganz anderer Lebensstil. Der größte Teil der Bevölkerung hat kein Geld und teilweise wohnen die Menschen in Wellblech-Hütten. Ein kleines Stein-Häuschen ist schon Luxus“.

MSCO-Vorsitzender Heino Klostermann war von den Ergebnissen begeistert: „Wir sind stolz auf unsere Vereinskameraden und freuen uns mit ihnen über diesen tollen Erfolg.“ Letztlich sei er nur möglich gewesen, da Sponsoren rund 3500 Euro der rund 5000 Euro hohen Kosten übernahmen. Der MSCO plant seine erfolgreichen Fahrer im Rahmen einen clubinternen Grill-Fete am Sonnabend, 18. August, für ihre Leistungen zu ehren.