Oldies unter Volldampf (Hunte Report vom 27.05.2009)

Oldies unter Volldampf
Von Sven Hunger

oldtimer_ralley_4sp_ol.jpgJörg Pilawa gehörte zu den prominenten Teilnehmern des ersten Grand Prix in 2007. Auch für den kommenden Samstag hat sich Prominenz angekündigt. Wer, wollten die Veranstalter nicht verraten. Foto: hun

Oldenburg. Wer glaubt, dass Oldtimer nur einfach schön anzuschauen sind, der sollte sich am kommenden Samstag, 30. Mai, in die Oldenburger Innenstadt wagen. Dort werden 130 Oldtimer eindrucksvoll unter Beweis stellen, dass sie auch noch gut „auf den Rädern sind“. Zum dritten Mal lädt der Motorsportclub Oldenburg (MSCO) zum Oldenburger City Grand Prix ein. Ab 20.30 Uhr werden dort zahlreiche „Schauferl“ ihre Runden drehen.
„Diese Veranstaltung ist in Deutschland noch immer eine echtes Unikum“, freut sich der MSCO-Vorsitzende Heiko Klostermann. Er hatte die Idee, als er vor einigen Jahren mit einem Freund zusammen an einer Oldtimerralley teilnahm. In Mölln standen ebenfalls Fahrprüfungen in der Innenstadt auf dem Programm: „Der Eindruck, den die zahlreichen Zuschauer am Straßenrand hinterließen, war einfach unbeschreiblich“, erinnert er sich.
Bei der Stadt Oldenburg rannte er vor drei Jahren offene Türen ein – auch wenn der logistische Aufwand immens ist: „90 Helfer sind am Samstag und Sonntag in Aktion, stellen insgesamt 300 Frankfurter Gitter entlang der rund 1.400 Meter langen Trasse auf, sichern die Srecke mit Absperrband und stehen als Streckenposten zur Verfügung“.  Unterstützt werden sie von zehn Freiwilligen des Oldenburger THW, der Polizei und dem DRK.
Gestartet wird am Pferdemarkt. Dort ist erstmals auch eine überdachte Tribüne sowie eine Bühne für Live-Musik aufgebaut. Danach geht es über die Route Johannisstraße, Pferdemarkt, Am Stadtmuseum, Staulinie, Heiligengeiststraße, 91er Straße, Ziegelhofstraße zurück zum Pferdemarkt.
Den symbolischen „Startschuss“ gibt ein französischer Oldtimer aus dem Jahr 1902. Hat er seine Runde gedreht, folgen die eigentlichen Grand-Prix-Teilnehmer. Dabei geht es nicht um Schnelligkeit, sondern vielmehr um Präzession. Denn die Fahrer müssen in mehreren Runden bestimmte Mess-Schleifen in einem Zeitabstand von möglichst exakt 61 Sekunden überqueren. Dazu werden die Oldtimer mit Transpondern ausgestattet, die die Signale an die Schleifen weitergeben: „Im Gesamten ergibt sich eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 27 Kilometern pro Stunden – für die Zuschauer eine tolle Geschwindigkeit, die Fahrzeuge in Aktion zu bewundern“, freut sich Klostermann.
Und auch das Gefahrenpotenzial ist so minimiert, hoffen die Veranstalter. Dies ergäbe sich vor allem durch Passanten, die sich nicht für die Veranstaltung interessierten, sondern nur schnell in die Innenstadt kommen wollten. Die Siegerehrung ist für 0.30 Uhr vorgesehen.
Zu sehen sind natürlich wieder jede Menge motorisierter Raritäten, darunter ein Merzedes SS Rennsport aus dem Jahre 1920 und ein Ford A, Baujahr 1931. Mit seinen 83 Jahren ist Herbert Freese in seinem AFM-BMW einer der ältesten Teilnehmer, und auch echte TV-Prominenz hat ihre Teilnahme angekündigt. Wer, das wollten die Veranstalter jedoch nicht verraten.

„Ruf der Stadt reicht weit“ (NWZ vom 27.05.2009)

„Ruf der Stadt reicht weit“

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Von Thorsten Kuchta

Frage: Herr Jordan, Sie haben Erfahrung – ist sie eine schwierige Aufgabe, die Prüfung mit dem gleichmäßigen Durchschnitts-Tempo?

Jordan: Etwas knifflig, denn alte Tachos haben oft zittrige Nadeln. Deswegen fahren alle, die sich auskennen, nach Stoppuhr. Vorher gehen sie die Strecke ab, messen die Meter aus und rechnen genau aus, wann sie wo sei müssen, um die Vorgabe zu halten.

Frage: Haben Sie einen Lieblings-Oldtimer?

Jordan: Die Vorkriegsmodelle sind optisch besonders attraktiv, Mercedes-Benz hat da ganz besondere Schmuckstücke. Aber für unsere Rallye ist es ganz wichtig, dass auch Youngtimer dabei sind. Die Mischung macht’s.

Frage: Kann man sagen, was einen Oldtimer-Fan ausmacht?

Jordan: Das ist ganz unterschiedlich. Das fängt beim Schrauber an, denn die Arbeit am Auto fasziniert, und geht bis zum Liebhaber, der vom Schrauben keine Ahnung hat und auch nicht haben will. Das ist ein ganz gemischtes Völkchen.

Frage: Hätten Sie auch mehr Startplätze vergeben können?

Jordan: Das Starterfeld ist ausgereizt, mehr können wir in der zur Verfügung stehenden Zeit nicht auf die Strecke schicken. Aber das Interesse der Oldtimer-Fans ist größer. Die Veranstaltung beginnt, Oldenburg auf der europäischen Karte der Szene zu etablieren.

Helmut Jordan, einer der Organisatoren des City-Grand-Prix, erlaubt einen Blick hinter die Kulissen der Szene.

Sensibler Gasfuß führt zum Sieg (NWZ vom 27.05.2009)

OLDTIMER  Am Sonnabend startet der dritte „Oldenburg City Grand Prix“

_heprod_images_fotos_1_10_2_20090527_dc-benz.jpgTräume in Lack und Blech: Nicht nur die Starter, auch die Schaulustigen kommen auf ihre Kosten, wenn sich die Oldtimer beim City Grand Prix durch die Innenstadt bewegen – wie dieser Mercedes SSK aus dem Jahr 1929. BILD: ARCHIV/TOBIAS FRICK

120 FAHRER TRETEN AN. SIE MÜSSEN MÖGLICHST NAH AM DURCHSCHNITTSTEMPO 30 LANDEN.

VON THORSTEN KUCHTA

OLDENBURG – Wenn sich die Abenddämmerung langsam über den Pferdemarkt senkt, beginnt der große Abend der schönen, alten Autos. Am Sonnabend, 30. Mai, heißt es zum dritten Mal „Oldenburger City Grand Prix“ – und 120 Fahrer sind dabei. Der erste Wagen startet um 20.30 Uhr auf den 1,4 Kilometer langen Rundkurs, der letzte wird gegen Mitternacht seine Fahrt beendet haben, dann folgt die Siegerehrung. Schon ab 17 Uhr sind die Oldtimer im Fahrerlager auf dem Pferdemarkt zu bewundern.

Das Besondere an der Rallye: Es geht nicht um Schnelligkeit. Die Fahrer der Schätzchen aus vergangenen Jahrzehnten müssen versuchen, den Kurs so nah wie möglich an einem Durchschnittstempo von 30 Kilometern pro Stunde zu durchfahren.

„Das wird eine ganz besondere Atmosphäre“, freut sich Helmut Jordan (Jordan-Mediengestaltung), der den Grand Prix mit seinen Mitstreitern vom Autohaus Rosier und dem Motorsport-Club Oldenburg (MSCO) auf die Beine stellt. Das sei auch auf die sehr gute Zusammenarbeit im Team zurückzuführen: „Die ist einfach klasse“.

Hinzu kommt ein großes Rahmenprogramm, u.a. mit Livemusik der Band „k-dur” aus Osnabrück. Moderiert wird die Veranstaltung von Daniel Boschmann (Hit Radio Antenne) und dem Oldtimer- Experten Jörg Schwarz. Neben Teilnehmern aus dem ganzen Bundesgebiet werden Fahrer aus Schweden, Dänemark und den Niederlanden erwartet. Kulinarische Köstlichkeiten vom „Altera“ und dem „Bestial“ runden das Angebot für die Besucher ab. Zudem gibt es erstmals eine „After-Race-Party“ mit einem DJ im „Bestial“: „Da werden wir nicht nur den Sieger feiern.“

Etwas missverstanden wurde offenbar die Ankündigung in einem NWZ-Bericht, dass auf dem Pferdemarkt auch das Pokalendspiel Werder gegen Leverkusen „übertragen“ werde: „Es gibt kein Public-Viewing“, präzisiert Jordan, „wir haben nur im VIP-Bereich einen Fernseher stehen, auf dem das Spiel ohne Ton läuft – wirklich nur nebenbei.“