Wahnbecker sind Vizeweltmeister (NWZ vom 21.10.2008)

GESCHICKLICHKEITSFAHREN Andre Klostermann und Ralf Rüscher in Italien
_heprod_images_fotos_1_11_30_20081021_pict2267.jpgWurden im Nationalteam Vize-Weltmeister: Ralf Rüscher (vorn) und Andre Klostermann. BILD: WOLFGANG MÜLLER/ARCHIV

FÜR EINZELSIEGE REICHTE ES NICHT. ABER MIT DER MANNSCHAFT GAB ES DEN ZWEITEN PLATZ.

WAHNBEK/TURIN – Vizeweltmeister dürfen sich die beiden Wahnbeker Andre Klostermann und Ralf Rüscher jetzt nennen. Bei der Weltmeister-schaft im Geschicklichkeitsfahren im italienischen Turin gab es für die deutsche Nationalmannschaft, in der die beiden Wahnbeker starteten, den zweiten Platz – und damit den Titel Vizeweltmeister. In der Wertung Bus gab es einen dritten Rang.

In der Einzel-Wertung lief es nicht ganz so gut. Andre Klostermann belegte den 16., Ralf Rüscher den 21. Platz unter insgesamt 44 Startern in der Bus-Klasse. An der Weltmeisterschaft haben insgesamt 164 Fahrer aus 16 Nationen teilgenommen.

Zu den ersten Gratulanten gehörten die Mitglieder des Motor-Sport-Clubs Oldenburg . im ADAC, die trotz der nicht so guten Einzelwertung, stolz auf ihre Vize-Weltmeister sind.

Das Turnier fand auf dem Testgelände des Lkw-Herstellers IVECO in Turin bei herrlichem Sonnenscheinwetter statt. Es mussten 13 Fahraufgaben mit dem Fahrzeug bewältigt und eine Fehlersuche   (Abfahrtskontrolle) am Fahrzeug durchgeführt werden. Weiter galt es, einen Fragebogen mit 25 Fragen aus den Bereichen Fahrzeugtechnik-Beladung-Sicherung und Erste Hilfe zu beant-worten.

Die nächste Weltmeisterschaft findet 2010 in den Niederlanden statt. Für 2012 hat sich der Südafrikanische Verband beworben.

Die Weltmeisterschaft findet im Zweijahres-Rythmus statt. Damit ist die Saison 2008 beendet, aber nächstes Jahr geht es auf nationaler Ebene weiter. Der MSC Oldenburg im ADAC richtet 2009 die Deutsche Meisterschaft der Fahrsicherheits-Turniere in Oldenburg aus.

Klostermann fuhr übrigens als Weltmeister in der Klasse Bus nach Italien. Rüscher hatte in den vergangenen zwei Jahren bei nationalen Endausscheidungen jeweils einen der ersten drei Plätze belegt. Flugzeugmechaniker bei der Bundeswehr ist Ralf Rüscher. Zum Geschicklichkeitsfahren ist er als „Brummifahrer“ einer Spedition gekommen, fand dort eine Ausschreibung zum Turnier, schrieb sich ein und fuhr so gut, dass er sich gleich für weitere Wettbewerbe qualifizierte – bis hin zum Weltmeister im Jahr 2002. Auf den Bus stieg er um, als bei einem Turnier alle Lkw-Klassen schon besetzt waren.

Andre Klostermann, der 2006 in Luxemburg Weltmeister wurde, fährt bei der Berufsfeuerwehr in Oldenburg zwar alle Fahrzeuge, doch einen Busführerschein hat er nicht. Doch als sein Club, der selber Turniere ausrichtet, einen Busfahrer brauchte, stieg er ein – mit Erfolg.