Bester Busfahrer aus Wahnbeck (NWZ vom 06.10.2006)

BERUFSKRAFTFAHRER- Andre Klostermann holt in Luxemburg Weltmeistertitel
bildbus1.jpg Weltmeister mit zwei Trophäen: Andre Klostermann (rechts) freut sich mit dem Vorsitzenden des Motorsportclubs Oldenburg, Heino Klostermann BILD: CHRISTIAN BARTSCH

44 Fahrer aus 17 Nationen kämpften um den Sieg. Der Weltmeister arbeitet als Feuerwehrmann in Oldenburg.
Von Christian Bartsch

WAHNBEK/OLDENBURG Weltmeister aus Wahnbek: Andre Klostermann hat jetzt den Titel als bester Busfahrer der Welt errungen. Und das, obwohl der 42-Jährige, der als Feuerwehrmann in Oldenburg arbeitet, eigentlich kaum Bus fährt.

„Bei der Feuerwehr steuere ich zwar große Fahrzeuge, aber Busse fahre ich nur bei Wettkämpfen“, erläutert Klostermann. Dennoch war er am Bus-Steuer schon dreimal Deutscher Meister.

In Luxemburg musste sich der Wahnbeker der Konkurrenz aus 17 Nationen stellen, in der Busdisziplin gingen insgesamt 44 Starter ins Rennen.

Klostermann, der für den Motorsportclub Oldenburg antrat, musste unter anderem rückwärts einparken. Auch die Höhe des Busses musste er abschätzen: An einem Mast ließ er diese mit einem Stab markieren und fuhr darunter durch. Zudem sollte er exakt mit der Busmitte über eine Zielscheibe fahren.

In einem präparierten Fahrzeug musste nach Fehlern gesucht werden. Hinzu kam ein Erste-Hilfe-Fragebogen, „aber der war für mich als ausgebildeten Rettungssanitäter kein so großes Problem“, sagt Klostermann.

Ausrichter der Weltmeisterschaft ist der Weltverband der Berufskraftfahrer (UICR). Auch in Oldenburg traf sich bereits einmal die Weltelite der Bus- und Brummifahrer, „das war im Jahr 2002“. Als Weltmeister ist Klostermann für die nächste WM gesetzt und muss seinen Titel dann wahrscheinlich in Italien verteidigen.

Die Kollegen bei der Oldenburger Berufsfeuerwehr sehen das Hobby des Wahnbekers locker: „Die schmieren mir das nicht jeden Tag aufs Brot.“ Und wenn es im Einsatz um Menschenleben und damit wertvolle Sekunden geht, ist sowieso keine Zeit für Millimeterarbeit.

Einen Außenspiegel hat Klostermann schon auf dem Gewissen: „Das war in einer sehr engen Straße, das ging einfach nicht anders“, schildert er, „ich dachte, das passt, aber denkste.“

Auch Weltmeister sind eben nicht perfekt.