Ein Zentimeter zu viel bedeutet Punkte-Abzug (NWZ vom 10.05.2004)

Ein Zentimeter zu viel bedeutet Punkte-Abzug

  nwz-100404.jpgRund 70 Brummifahrer messen sich bei Geschicklichkeitsturnieren–Sicherheit groß geschrieben

Die Aufgaben waren alltäglichen Verkehrssituationen nachgestellt. Es musste zum Beispiel rückwärts eingeparkt werden.
Von Heinz Arndt

OLDENBURG – „Diese Geschicklichkeitsturniere mit Nutzfahrzeugen sind ein gutes Training für alltägliche Verkehrssituationen, denn die Aufgaben sind alltäglichen Situationen nachgestellt“, erläuterte Daniel Mach, Pressesprecher des Motor-Sport-Clubs Oldenburg (MSCO). Rund 70 Fahrer nahmen am Wochenende an den Turnieren auf dem Gelände des Nutzfahrzeugzentrums Rosier an der Bremer Heerstraße teil.

Ein Großteil der Starter waren Berufskraftfahrer – insbesondere bei der Norddeutschen Meisterschaft im Gliederzugfahren. „Dies ist zweifelsohne die schwierigste Disziplin bei den Geschicklichkeitsturnier. Außer der Zugmaschine gilt es, einen Doppelachsen-Anhänger zu bewegen. Mit einem solchen Fahrzeug vorwärts fahren können fast alle, dieses Fahrzeug muss aber auch rückwärts in die Parkbox gelenkt werden, und da zeigen sich dann die Klasse-Fahrer. Da kommt es dann schon schnell vor, dass ein Gliederzug quer auf der Strecke steht“, berichtete Mach.

Kurzfristige Anmeldungen wurde in dieser Sparte auch nicht gezählt. Im Qualifikations-Turnier für die Deutsche Meisterschaft in den Klassen A (Solo-Laster 25 t), B (Bus), C (Sattelzug) und K (Kleinlastwagen bis 7,5/3,5 t) aber schon. Dass aber auch hier schwierige Aufgaben zu lösen waren, verdeutlicht die Tatsache, dass sich von den kurzfristig angemeldeten Akteuren keiner unter den jeweils drei Ersten platzieren konnte. Hier galt es u.a. in engen Park-Boxen einzuparken, an Rampen heranzufahren und Radfahrer mit einem Mindestabstand von 1,50 Meter zu passieren – ein Zentimeter zu viel bedeutete Punkte-Abzug. „Gerade hier wird der Sicherheitsaspekt ganz groß geschrieben“, betonte Mach.

Fahrer des gastgebenden MSCO durften dabei nur in einer speziellen Club-Klasse starten und müssen sich bei noch folgenden auswärtigen Turnieren für die Deutsche Meisterschaft qualifizieren. Mit mehrfachen Erfolgen rechnet der Club, ist doch die Nutzfahrzeug-Abteilung mittlerweile die größte und mit ihren Weltmeistern und Deutschen Meistern die erfolgreichste Sparte im MSCO. Mach: „Dass wir in der Nutzfahrzeug-Sparte heute so gut vertreten sind, ist sicherlich zu einem Teil auf die von uns vor zwei Jahren ausgerichtete Nutzfahrzeug-Weltmeisterschaft zurückzuführen.”

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Trucker lassen Gesichter strahlen (NWZ vom 10.09.2002)

Nach der Brummi-Weltmeisterschaft ziehen Veranstalter und Fahrer zufrieden Bilanz.

Oldenburg. Einen Tag nach Ende der Weltmeisterschaft der Brummifahrer in Oldenburg zogen Veranstalter und Aktive gestern ein überaus positives Fazit. Dieter Sommer, Vorsitzender des Motor-Sport-Clubs Oldenburg (MSCO), der die WM im Auftrag des Berufskraftfahrer-Weltverbands ausgerichtet hattee, sprach “vom größten Ereignis, das es für den Motorsport in Oldenburg bisher gegeben hat”. Und Geschäftsführer Thomas Rosier freute sich über ein gewaltiges überregionales Medieninteresse und rund 60 000 Besucher.

“Das war beste Werbung, nicht nur für uns, sondern für die ganze Stadt”, erklärte Rosier. Allein vier Fernsehteams und die Vertreter diverser Printmedien und Radiostationen berichteten über das Großereignis auf Rosiers Firmengelände in Tweelbäke. Unter anderem sendet “N3″ heute Abend um 17.45 Uhr eine Reportage.

Die Organisation habe allgemein einen so guten Eindruck hinterlassen, dass die Ausrichter der kommenden WM, die in zwei Jahren in Prag stattfinden sollte, spontan einen Rückzieher gemacht hätten, so Rosier. Für den reibungslosen Ablauf waren insgesamt fast 500 Mitarbeiter von Rosier, dem MSCO, dem Technischen Hilfswerk und den verschiedenen Ausstellern auf dem Firmengelände im Einsatz.

Der Motor-Sport-Club Oldenburg feiert derweil glücklich seinen Weltmeister. Bis in die frühen Morgenstunden begossen die Fahrer und Mannschaftsbetreuer den größten Erfolg der Vereinsgeschichte, ehe es anderntags ans Aufräumen in Tweelbäke ging.

Erst am vergangenen Mittwoch war der Oldenburger Ralf Rüscher, der sich den Titel in der Kategorie Bus holte, in den MSCO eingetreten. “Das war meine erste WM”, erzählte Rüscher, “dass ich am Ende gleich ganz oben auf dem Treppchen landen würde, ist natürlich umso schöner!” Bei diversen Deutschen Meisterschaften hatte es in den vergangenen Jahren maximal zu Platz zwei gereicht. Bei der nächsten WM will Rüscher, der als Flugzeugmechaniker bei der Bundeswehr arbeitet, seinen Titel unbedingt verteidigen.

Dieter Sommer, seit 1983 Vorsitzender des MSCO, hofft, dass durch den positiven Verlauf der WM das Interesse am Motorsport weiter steigt. Rund 270 Mitglieder zählt der Club derzeit, es könnten aber “ruhig noch ein paar mehr werden”.

Die Motorsportler sind im Netz zum finden unter www.msc-oldenburg.de

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Brummi-WM übertrifft die kühnsten Erwartungen (NWZ vom 09.09.2002)

60 000 Zuschauer wollen Fahrer aus zwölf Ländern in Aktion sehen Oldenburg. Die 23. Weltmeisterschaft der Berufskraftfahrer und ein umfangreiches Begleitprogramm haben am Wochenende nach ersten Schätzungen rund 60 000 Besucher auf das Gelände des Nutzfahrzeug-Zentrums der Firma Rosier an der Bremer Heerstraße gelockt. In einem anspruchsvollen Parcours bewiesen die Trucker-Teams aus zwölf Ländern
ihre Geschicklichkeit im Solo-Lkw (25-Tonner), im Bus, im Sattelzug und im Gelenkzug.

Auf dem Siegertreppchen landeten am Ende der beiden Wettkampftage auch ein Oldenburger: Ralf Rüscher holte sich den Titel in der Kategorie Bus. Auch in der Nationenwertung und in verschiedenen Mannschaftswertungen landete Deutschland am Ende auf dem ersten Platz.

Auf Betreiben des niederländischen Verbandes wurde erstmals auch ein „Economy-Wettbewerb“ ausgefahren. Den Titel des am Sprit sparendsten Fahrers holte sich der Schweizer Roland Inderbizin.

Die WM war über den sportlichen Aspekt hinaus auch eine Frischzellenkur für das Image der viel gescholtenen Kraftfahrer-Gilde. Wer bärbeißige Brummifahrer erwartet hatte, die mit Bleifuß über den Parcours heizen würden, sah sich getäuscht. Gefragt waren vielmehr sensible Füße am Gaspedal, ruhige Hände am Lenkrad und gutes Augenmaß.

Anders waren die 18 anspruchsvollen Aufgaben nicht zu bewältigen. So mussten die Fahrer etwa Höhe und Breite ihrer Fahrzeuge möglichst genau einschätzen, geschwungene Spuren mit einem einzelnen Rad durchfahren und rückwärts einparken.

Auch weniger Motorsport-begeisterten Zuschauern wurde am Rande der Weltmeisterschaft einiges geboten. Zum umfangreichen Begleitprogramm gehörten die Auftritte der Country-Größen Dale Watson, Hermann Lammers Meyer und der französischen Band „Road Riders“. Kinderattraktionen wie Kletterwand, Hüpfburg oder Bullenreiten vervollständigten das Familienfest. Das Interesse daran war so groß, dass die Bremer Heerstraße zeitweilig gesperrt werden musste.

Geschäftsführer Thomas Rosier war am Ende denn auch überglücklich: „Der Besucherzuspruch hat unsere kühnsten Erwartungen noch übertroffen.“ Die ganze Veranstaltung sei wie ein Uhrwerk abgelaufen. „Nach zwei Jahren intensiver Vorbereitung werden einige Mitarbeiter nun vermutlich in ein tiefes Loch fallen, weil es nichts mehr zu organisieren gibt.“ Da sich das Gelände an der Bremer Heerstraße bestens bewährt habe, werde darüber nachgedacht, Ähnliches in Zukunft zu wiederholen.

Auch die Aktiven waren mit dem Ablauf zufrieden. Andre Klostermann, der als einer von drei Oldenburger Fahrern an den Start ging, freute sich über das ungewohnt große Interesse an seinem Sport: „Die letzte WM vor zwei Jahren in Budapest lief im Vergleich hierzu fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit.“

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Wo sind die Trucker aus Togo? (NWZ vom 09.09.2002)

Fehlen der Afrikaner irritiert Außenseiter-Fans, tut der Stimmung aber keinen Abbruch

Oldenburg. À la bonne heure, das hatte fast schon olympisches Flair: der Einmarsch der Nationen in den sonnengefluteten WM-Parcours, das feierliche Hissen der Flagge des Kraftfahrer-Verbands „Union Internationale des Chauffeurs Routiers“ (UICR), die vom „Wehrbereichskorps Lüneburg I“ intonierte Nationalhymne und die bedeutungsvoll gesprochenen Worte des UICR-Präsidenten: „Hiermit ist die 23. Weltmeisterschaft der Berufskraftfahrer in Oldenburg eröffnet!“

Die Pressevertreter auf der Tribüne bewegte am Rande der Zeremonie derweil vor allem eine Frage: Wo ist Team Togo?

Dort standen die Athleten, angeführt von den Trägern ihrer Landesfahnen, und erquickten sich am Applaus ihrer (vermutlich anverwandten) Fans. Die favorisierten Finnen waren da, die wie immer schwer einzuschätzenden Österreicher und natürlich auch die beiden selbstbewussten Starter aus der Slowakei (die ihrer Zeit voraus unter EU-Fahne angetreten waren). Ja, selbst die Holländer durften diesmal dabei sein. Aber wo war Togo?

Erinnerungen an ein legendäres Skilanglaufrennen wurden wach: „Wo ist Behle?“ hatte ZDF-Mann Bruno Moravetz bei den Winterspielen 1980 verzweifelt gefragt, als der Deutsche Jochen Behle einfach nicht ans Ziel kommen wollte. Ein aufmerksamer Beobachter, der daneben das gleichzeitige Fehlen Polens und Tschechiens anmerkte, wurde im allgemeinen Rätselraten schlicht überhört.

Da aber einstweilen niemand eine plausible Erklärung finden konnte, begann das Turnier eben ohne afrikanischen Vertreter. Es gab ja auch so genug zu Gucken und zu Tratschen. Etwa über die eigentümlichen Kopfbedeckungen der ansonsten fesch gekleideten Kroaten. Deren dunkelblauen Anglermützen mussten zwischen den sonst dominierenden Baseball-Kappen und Cowboyhüten fast schon als modischer Fauxpas gelten.

Schließlich hatte die Zeremonie ein Ende, die Athleten zogen von dannen, und es ging endlich richtig los. Den Auftakt machte die französische Équipe. Schon nach wenigen Runden schienen die Gesichter einiger Tribünengäste allerdings anzudeuten, dass sich ihnen die Finessen des in Deutschland bisher nicht als Breitensport bekannten Geschicklichkeitsfahrens im Schwerlastverkehr nicht auf Anhieb erschlossen.

Wie gut, dass es die Kommentatoren vom Motor-Sport-Club Oldenburg gab, die das Schneckentemporennen rasant moderierten. Ihre aufschlussreichen Berichte und interessanten Geschichten zur Vita der Fahrer erleichterten unkundigen Besuchern den Zugang zu diesem fremden Sport (und erinnerten überdies ein wenig an die Moderation von Randsportarten im DSF). Wer trotzdem noch eine Frage hatte, konnte sich an einen der Aktiven wenden, die von der Tribüne aus die Leistung ihrer Konkurrenz inspizierten.

Dabei kam es zu einem lustigen Kauderwelsch. Mit Kroaten wurde Englisch gesprochen, mit Italienern Französisch, und mit den Rumänen ging es in Zeichensprache. Nicht zuletzt das Sprachenwirrwarr verlieh der Brummi-WM internationales Flair. Bis in die frühen Morgenstunden feierten Athleten und VIP‘s im großen Zelt ein multi-kulturelles Fest mit starkem Country-Einschlag.

Wie später zu erfahren war, wurde den togolesischen Piloten kurzfristig das Einreisevisum verweigert, da sich die Behörden nicht sicher gewesen sein sollen, ob das Team später vollzählig die Heimreise antreten würde. Die tschechischen Chauffeure hatten sich abgemeldet. Warum Polen nicht angetreten war, blieb bisher offen.

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Brummi-Fahrer küren einen neuen Weltmeister (Die Welt vom 07.09.2002)

Nach 17 Jahren findet die WM im Geschicklichkeitsfahren für Lkw und Busse wieder in Deutschland statt.

Oldenburg - Die besten Brummi-Kapitäne treffen sich am Wochenende zur 23. Weltmeisterschaft der Berufskraftfahrer im niedersächsischen Oldenburg. Zum ersten Mal nach 17 Jahren findet die WM im Geschicklichkeitsfahren für Lkw und Busse wieder in Deutschland statt. 130 Fahrer aus 14 Nationen und bis zu 100.000 Zuschauer werden erwartet, wie der Motorsportclub Oldenburg mitteilte. Die weiteste Anreise hat ein Teilnehmer aus dem westafrikanischen Togo. Mit 24 Teams kämpft er um den WM-Titel. Sie alle müssen einen mit Hindernissen gespickten Parcours möglichst schnell und fehlerfrei durchfahren. Außerdem gibt es einen Reifenwechselwettkampf und einen Wettbewerb für sparsames Fahren. Anschließend werden die “Kavaliere der Straße” geehrt.lni

Mit dem Bus zur “Brummi” – Meisterschaft (NWZ vom 04.09.2002)

VWG bietet am 7. und 8. September Pendelverkehr von der Weser-Ems-Halle aus an

kf Oldenburg. Die mehreren zehntausend Zuschauer, die am Sonnabend und Sonntag, 7./8. September, bei der Weltmeisterschaft der Berufskraftfahrer auf dem Gelände des Nutzfahrzeugzentrum Rosier an der Bremer Heerstraße erwartet werden, sollten möglichst nicht mit dem Auto anreisen – oder ihren Wagen bei der Weser-Ems-Halle abstellen. Von dort aus setzt die VWG an beiden Tagen einen Shuttlebus ein, unübersehbar markiert mit dem Schriftzug „Truck-WM 2002“.

Im Zehn-Minuten-Takt fährt dieser der Bus am Sonnabend und Sonntag zwischen 10 und 19 Uhr im Pendelverkehr zwischen Weser-Ems-Halle und Rosier-Gelände hin und her, und er macht unterwegs noch mehrmals Station. Zugestiegen werden kann auch am Zentralen Omnibusbahnhof, Hauptbahnhof Süd, Lappan, Staustraße, Berliner Platz, Nordstraße, Bremer Straße, Schützenhofstraße und Bahnhof Osternburg.

Der Fahrpreis pro Person beträgt einen Euro für Hin- und Rückfahrt; Kinder bis 15 Jahren können kostenlos mitgenommen werden. Die Karten sind beim Fahrer des Busses erhältlich und nur in den VWG-Fahrzeugen gültig.

Zu erwarten ist, dass viele Besucher den Service nutzen. Schließlich sind bei der WM, die alle zwei Jahre ausgetragen wird (zuletzt in Budapest), 25 der besten Trucker-Teams am Start. Premiere feiert zudem der Economy-Wettbewerb, bei dem der Fahrer mit der sparsamsten Fahrweise gekürt wird. Ein buntes Rahmenprogramm für die ganze Familie rundet das Ereignis ab.

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